Von Erzeugung zu Vermarktung

Der 6. Online-Stammtisch der Regionalmarke war mit 11 netten Menschen gut besucht. Die Themenvielfalt nimmt seit der Idee vor einem Jahr immer weiter zu. Es zeigt sich immer mehr, dass wir mit der Entwicklung einer Regionalmarke auf dem richtigen Weg in der richtigen Zeit sind. Für viele Landwirte und Landwirtinnen ist die Direktvermarktung in unserer Region noch nicht üblich, da die Milch und das Getreide von der Genossenschaft und das Vieh von Händler abgeholt wird. „Wir können es hinbekommen, von der reinen Erzeugung von Produkten hin zur Vermarktung an den Endkunden zu kommen“, so Ada Fischer vom Biohof Fischer aus Arensch, die seit vielen Jahren in diesem Bereich Erfahrung mit ihrem eigenen Laden gemacht hat. Daher ist eine gemeinsame Vermarktung über eine Plattform der Regionalmarke ein guter Weg, heimische Produkte an den Endkunden zu vermarkten und dabei noch Qualitätsversprechen zu gewährleisten.

Das Thema Getreideveredelung wurde diskutiert und kann für unsere Region ein interessanter Betriebszweig sein, den es weiter zu prüfen gilt. „Grundsätzlich gilt bei neuen Betriebszweigen, dass es weh tun muss, wenn man was ausprobiert. Denn dann kümmert man sich auch um den Erfolg“ ist die Devise von Johanna Schäper, vom Bioobsthof Schäper aus Geversdorf.

Und nicht zuletzt ist die Entwicklung von neuen Vertriebskanälen und Produktideen auch eine Chance für die Dörfer des ländlichen Raumes, damit landwirtschaftliche Betriebe abseits des Prinzips von „wachsen oder weichen“ eine Chance bekommen, ihre fairen Produkte an den Markt zu bringen.

Aktueller Stand der Regionalmarke März 2021

Regionalmarke
Gemeinsam mit den Menschen der Region wird der Regionalmarkenname noch entwickelt. Das Wort „Hadeln“ dient aktuell als Platzhalter.

Es wird eine gemeinsame Marke/ ein gemeinsames Label entwickelt (Name, Symbol, Corporate Identity)

Das Verbreitungsgebiet ist noch nicht festgelegt, als regional gilt eine Entfernung zwischen 20 und 100 km. Daher sehen wir den Bereich zwischen Elbe, Nordsee und Weser als zukünftigen Handlungsraum.

Qualitätsversprechen
Gemeinsame Qualitätsversprechen sollen mit den Produzenten entwickelt werden. Die Regionalmarke soll ein Versprechen für Nachhaltigkeit und Qualität sein. Neben dem Aufstellen von Kriterien ist die Kontrolle und Einhaltung zu regeln. Damit das gelingt, muss es auch für die Produzenten machbar sein. Unser Dreiklang besteht aus Natur, Qualität und außergewöhnlich.

Marketing
Die Marke soll über eine große Brandbreite bekannt gemacht werden. Es gibt bereits eine Medienpartnerschaft mit der Niederelbe Zeitung, die Nordseezeitung wird ebenfalls regelmäßig berichten. Die politischen Gremien werden informiert und eingebunden wie auch das Landvolk und die Landfrauen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Die sozialen Medien wird ebenfalls genutzt.

Es wird einen Online-Marktplatz der Regionalmarke geben, der im August 2021 an den Start gehen soll. Es werden Regionalregale in den Läden des Lebensmitteleinzelhandels (Schwerpunkt: Dorfläden) eingerichtet.

Zielgruppe
Zielgruppe der Regionalmarke sind Produzenten, Konsumenten und Touristen.

Lager und Logistik
Es wird ein Zentrallager geben, zu dem die Produzenten die bestellte Ware liefern. Dort werden die bestellten Warenkörbe gepackt und an Abholstationen oder auch zum Kunden nach Hause ausgeliefert. Zunächst an 2 Tagen in der Woche. Eine Logistikstruktur wird vermutlich mit den Weser-Eilboten und der Citipost aufgebaut. Der lokale Einzelhandel wird mit offline/ regionalen Regalen mit eingebunden. Dort werden die Produkte auch ohne Internet zu erwerben sein.

Website/ IT
Aktuell wird die Infrastruktur der Website aufgebaut. Welche Technik brauchen wir, um den Kunden schnell zu beliefern etc. ? Lieferketten, Pfandboxen, Kommunikationswege etc. sind Themen, die wir aktuell lösen möchten. Aufbauend auf den Ergebnissen der Produzenten-Workshops wird die IT/ die Technik aufgebaut. Wer braucht was wann, wie und wo, damit es reibungslos klappt?

Akteursvielfalt im ländlichen Raum

Die Vielfalt der 18 Teilnehmer*innen des 4. Online-Stammtisches der Regionalmarke war ebenso hoch wie die Themenauswahl. Die Landfrauen aus Hadeln (Doris Wettwer und Anette Jäger) und Wesermünde (Heike Bahr und Anneke Hellberg) waren genauso vertreten wie Landwirt*innen und Produzent*innen (Obsthof Eckhoff, Biolandhof Woltmann, Wolfgang Frey), Wissenschaft (Linda Böhm und Alistair Adam Hernandez) ,Landvolk, Politik, Regionalmanager und engagierte und interessierte Menschen aus der Region.

Es wurde deutlich, dass die Herausforderungen im ländlichen Raum und auf den Höfen unserer Region vielschichtig sind. Ob und wieweit eine Regionalmarke auch Themen wie Bildung und Ernährung an Schulen, „Hilfestellung beim Größer werden“ für Betriebe und Direktvermarkter oder Kommunikationsschnittstelle zwischen Konsumenten und Produzenten leisten kann, ist noch nicht absehbar. Das entstehende Netzwerk und die Sensibilisierung für diese Themen kann es zumindest annähernd erreichen.

Jedoch scheint der Wunsch da zu sein, mehr als eine Onlineplattform zu entwickeln. Um eine Regionalmarke erfolgreich zu etablieren, braucht es eine Vielzahl an Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und mit vielen Ideen. Denn es geht nicht nur um Arten-, sondern auch um Akteursvielfalt.

Aus dieser Initiative heraus kann etwas großartiges für die Region entstehen.

Auch wenn jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt, ist den meisten klar, dass das noch ein weiter Weg sein kann. Aber mit weiten Wegen kennen wir uns im ländlichen Raum bekanntlich gut aus. Bei uns in der Region würde man sagen: Denn man tau.

Vortrag bei der Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven e.V. am 3.2.2021

Immer mehr Menschen wünschen sich Urlaub im Grünen und mit der Natur im Einklang. Das belegt u.a. die Tourismusanalyse aus 2020. Mehr Individualität statt Mainstream! Tourismus, der nicht auf  Masse und Konsum ausgerichtet ist, sondern qualitativ hochwertig und nachhaltig daherkommt – das Reiseverhalten der Menschen verändert sich.

Elke Freimuth, ihres Zeichens Unternehmerin, betreibt zusammen mit Katrin Buck erfolgreich das Baumhaushotel in Otterndorf. Damit aber nicht genug: mit einem sehr engagierten Team macht sie sich stark für die Entwicklung einer eigenen Qualitätsmarke für lokal produzierte Güter.

Regionale, qualitative Lebensmittel herstellen und das Land Hadeln als Genussregion und attraktive hochwertige Tourismusdestination aufzubauen, das ist das Ziel. Wie weit der Plan dazu bereits gereift ist, werden wir erfahren.

Lager und Logistik im ländlichen Raum

Der 3. digitale Stammtisch der Regionalmarke drehte sich um das Thema Lager und Logistik. Unsere Region erstreckt sich von Bremerhaven über Hemmoor bis nach Cuxhaven. Im ländlichen Raum sind die Wege weit, da ist Mobilität ein wichtiger Baustein.

Wie kommt die Ware vom Produzenten zum Kunden, wenn dieser eine Bestellung aufgibt? Macht es Sinn, bereits vorhandenen Lieferstrukturen zu nutzen anstatt neue aufzubauen?

Diese Frage haben wir u.a. mit Frank Steffens, Geschäftsführer der Cuxland Presse Vertriebs GmbH erörtert. In weiteren Gesprächen werden wir gemeinsam an Lösungen arbeiten, um für alle Beteiligten ein passendes Angebot zu haben.

Welf Quassowski, Geschäftsführer vom Landvolk Hadeln und Doris Wettwer, Kreisvorsitzende der Landfrauen, vereinen 3200 Mitglieder in ihren Organisationen und sind daher wichtige Partner für die Zielgruppe der Produzenten und Produzentinnen. Diese sind das Herzstück einer jeden Regionalmarke. In reger Diskussion wurden Standpunkte und neue Ideen ausgetauscht.

Die Umfrage zur Identifikation mit der Region auf hadeln.org/Umfrage/ hat nach 2 Tagen bereits mehr als 430 Teilnehmer und über 1400 Besucher zu verzeichnen. Ein beachtlicher Erfolg, der darauf schließen lässt, dass das Interesse einer Regionalmarke für unsere Region groß ist. Jeder/Jede ist gefragt, sich einzubringen, nur so können wir ein passgenaues Konzept entwickeln, dass sich nach den Interessen der Menschen richtet.

Gemeinsam wird’s gut!

Naturschutz und regionale Produkte

Am 5.12.2020 fand unser 2. Online-Stammtisch statt. Wieder einmal haben wir interessante Gespräche geführt und was dazugelernt.

Wolfgang Frey aus Bovenmoor berichtete über die Herausforderungen von Landwirtschaft und Naturschutz und wir diskutierten darüber, wie man Beides sinnvoll miteinander verknüpfen könnte. Ein sehr weites Feld mit verschiedenen Ansätzen, wobei auch hier wie in vielen anderen Bereichen gilt: Es gibt nicht einen Weg für alle, aber für alle einen Weg.

Die Nudelschmiede aus Hechthausen, wie viele andere Gastronomen auch, hat durch Corona ein erschwertes Geschäftsumfeld. 400 verschiedene Nudelvarianten stellen eine beeindruckende Produktpalette dar und sollten in unserer Region noch viel mehr Beachtung finden. Kooperationsmöglichkeiten mit Urprodukterzeugern haben sich bereits angedeutet, vielleicht gibt es ja auch bald die Hadler-Nudel.

Nach einer Stunde des lockeren und informativen Austausches konnten sich die TeilnehmerInnen des Online Stammtisch mit vielen neuen Anregungen und Ideen erfolgreich in die Vorweihnachtszeit verabschieden.

Bleibt Gesund und freut Euch auf ein spannendes Jahr 2021 im Land Hadeln.

1. Online-Stammtisch erfolgreich gestartet

Am 21.11.2020 haben wir unseren ersten Online-Stammtisch erfolgreich durchgeführt. Der einstündige Austausch war sehr aufschlussreich und informativ. Alistair Adam Hernandez vom Netzwerk Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung Göttingen und Florian Schattauer vom Kartoffelhof Richters KG in Bargstedt konnten sich in einem regen Austausch über die Entwicklung der Regionalmarke Land Hadeln informieren.

Das Hadeln-Team hat einen spannenden Eindruck in das Kartoffel-Business von Florian bekommen und es wurden bereits Ansatzpunkte zur Förderung des Kartoffelabsatzes in Kombination mit einem naturfreundlichen Anbau in unserer Region erörtert.

„Die Entwicklung einer Regionalmarke ist ein komplexes Thema, da müssen die richtigen Veranstaltungsformate herausgearbeitet werden, besonders auf die Frage, welche Zielgruppe wie angesprochen werden muss. Gerne bringe ich meine Erfahrungen in diesen Prozess mit ein“ sagte Alistair, der aktuell über Erfolgsfaktoren von ländlichen Regionen dissertiert, u.a. war Oberndorf an der Oste ein Untersuchungsschwerpunkt.

Der nächste Termin für den 2. Onlinestammtisch steht bereits, er findet am 5.12.2020 um 19 Uhr statt. Meldet euch gerne per Mail an. Das Hadeln-Team freut sich auf euch!

Endlich wieder Bauer- Klasse statt Masse?

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/video-podcast/Endlich-wieder-Bauer-Klasse-statt-Masse,minuten3364.html

Die Dokumentation der Landwirtsfamilie Habbena aus Krummhörn ist beeindruckend. Sie zeigt uns, an welchem Scheideweg die Landwirtschaft gerade in unserer Region in Norddeutschland steht und mit welcher Leidenschaft die Landwirte ihre Betriebe führen.

Die über Jahrzehnte geltende Regel „wachsen oder weichen“ verliert an Zugkraft, denn viele Landwirtsfamilien können den Arbeitsdruck, die finanziellen Belastungen sowie die steigenden Auflagen und Kosten auf der einen Seite und die unsicheren Einnahmen und die klimatischen Herausforderungen auf der anderen Seite kaum noch standhalten.

Es braucht ein Bündnis zwischen Landwirten und Verbrauchern, um für die Zukunft eine vielfältige Landwirtschaft mit vielfältigen Akteuren zu erhalten und aufzubauen. Familie Habbena zeigt, was es braucht um sich der Spirale aus „größer, schnneller, weiter“ zu entziehen. Es braucht den Willen zur Veränderung, Mut, ein starkes Umfeld und Menschen, die an die Produkte aus der Region glauben.

Lasst uns gemeinsam an neuen Ideen arbeiten, um einen lebenswerten, arten- und produktreichen ländlichen Raum zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dazu braucht es ein regionales Bündnis aus Menschen, die gemeinsam an unserer Zukunft arbeiten wollen.